Gerakenny
Dienstag, 6. Oktober 2009
Freitag, 2. Oktober 2009
life is suffering?
heute ist es soweit – ich beziehe mein büro. weg von einem betonblock mit zu vielen betelnussspuckspuren im treppenhaus. als hilfe für taxi fahrer habe ich nach meiner ankunft hier oft „happy world“ als anhaltspunkt für die adresse benutzt. ich fand, dass das ein gutes omen für meinen start hier war. da ich mich meistens gegen den eiskalten wind aus der klimaanlage und für offene fenster entscheide, höre ich den ganzen tag schreckliche musik aus schrecklichen lautsprechern. „happy word“ ist ein vergnügungspark. es gibt schreckliche modelle von batman, dinosauriern und andere halb kaputte vergnügungsdekorationen.
ab jetzt also ein grosses schönes büro. eine frisch renovierte villa aus alten tagen. damit keine missverständnisse auftauchen, ich bin dort untermieter.
jedes mal, wenn ich ins delta fahre und mit für mich gespanntem und gehaltenem schirm entweder vor sonne oder regen geschützt werde und so durchs dorf spaziere, haut es mich um, wie die leute leben. so wenig platz. und so wenig besitz. meine ausrüstung für einen zwei tage ausflug ist mehr wert als eine hütte und deren einrichtung. und rundherum schlamm. und schweine und enten und gänse und hunde und die kinder und minikrabben und lurche – weissnoch jemand aus dem biologieunterricht, was das ist?
ich bin in einem dorf schon so oft gewesen, dass ich mittlerweile eine lieblingsspeise im kloster habe, wo uns das mittagessen serviert wird und uns lästige fliegen mit fächern vertrieben werden. das sitzen mit den füssen weg vom mönch – der seine letzte mahlzeit bereits um 10:30 einnimmt – fällt mir noch immer schwer. im kloster kommt es immer wieder zu fragen zum buddhismus. Life is suffering. Ich betrachte mittlerweile auch die mir regelmässig gesendeten ameisen als probe für meinen umgang mit dem leben. eine schöne idee – die der wiedergeburt.
ich weiss nicht, ob das ein stadium im leben ist: mir ist neuerdings so sehr die endlichkeit dessen bewusst. in einem augenblick kann alles vorbei sein. vielleicht ist es auch eine schlussfolgerung aus dem heranwachsensehen von kindern. ich möchte keinen augenblick verpassen.


