Mittwoch, 29. Juli 2009

wird schlechte musik ertraeglicher, wenn sie gecovert wird. jedenfalls nicht besser. meine mitgebrachte musik hoert sich auf dem laptop uebel an. ich nahm eines abends im hotelrestaurant mein abendessen ein und ploetzlich spielte dieses trio in der lobby auf – coverversionen von laengst vergangenen radiohits. und wenig spaeter ging die hier uebliche (cover)band auf die buehne der bar, die auf der anderen seite des speiseraums liegt. stereo. wenn ich mich jemals gefragt habe, wie genau sich akustische umweltverschmutzung anhoert: so.

das ist eine der situationen, in denen ich mich frage, wieviel man aushalten kann, ohne laut zu protestieren. ich habe mich umgeschaut, aber ausser mir schien niemandem sonst der loeffel in die suppe zu fallen.

ich fand mich letzte woche an einem der burmesichen restauranttische, auf denen eine flasche jonny walker torkelt und wie wasser getrunken wird. in tokyoer u-bahn stationen stolpert man gelegentlich auch ueber diese traurigen betrunkenen. ein exporteur von meeresfruechten und burmesische gesangstalente. und coverversionen.

Montag, 27. Juli 2009

barfuss

das ankommen hier ist einfach. nichts fuehlt sich wirklich fremd an. vielleicht ist das eine folge von unterwegs sein. seit einiger zeit. ich bin endlich mal durch die strassen spaziert. das schlimmste was ich mir hier vorstellen kann, ist, dass mir jemand seine durchgekaute betelnuss auf die fuesse spuckt. aber auch ohne dieses ereignis, wasche ich mir neuerdings gerne die fuesse und fuehle mich dann wieder ganz sauber. nackte fuesse in latschen machen sinn, weil man die schuhe staendig aus- und wieder anzieht, beim betreten von geschaeften, bueros, pagoden, klostern und weil es warm und nass ist. ich frage mich, ob die stimmung in einem meeting eine andere ist, wenn alle teilnehmer barfuss sind.

Samstag, 18. Juli 2009

charly und lola und manja

irish summer

nach zwei wochen yangon habe ich nun einen ersten tag frei. ich habe heute einen von steve’s kontakten ueber drei ecken getroffen. auf dem spielpatz mit zwei schwestern, die genau so alt wie lucas und lieselotte sind. was mir an den kindern fehlt ist vor allem der physische kontakt. wir haben spaeter charly und lola gesehen und als mich ros gefragt hat, wie ich es ohne die beiden aushalte, sind die traenen geflossen und ich war sprachlos.

yangon ist bunt und lebendig. grau und feucht und gruen und warm. ich habe ein haus gefunden. und unser hab und gut hat es schon bis ins lagerhaus geschafft.

die arbeit fuehlt sich selbstverstaendlich an. als haette es keine pause gegeben. als ich letzte woche vor einer gruppe geschaeftsleute meine strategie fuer unsere zusammenarbeit praesentierte, war das nur ganz kurz komisch.

nun bin ich wirlklich in asien angekommen. regenschirme schuetzen hier auch vor sonne. im delta schwimmt das boot durch milchkaffeebraunes wassser. in den doerfern faenden die drei kleinen schweine in keinem haus vor der puste des wolfes schutz. aber in den schulen, die wir hier bauen. mehrzweckgebaeude.