Sonntag, 23. August 2009

früher morgen

wenn ich mich an kabul erinnere, dann hab ich dieses bild von einem eiskalten morgen, blauer himmel, strahlender sonnenschein undschneebedeckte berge im blick aus dem autofenster auf dem weg zur arbeit.

hier ist mir letzte woche die shwedagon pagode in diesen blick gerückt. als ich ankam hat, es viel geregnet – wie sich das für die regenzeit gehört. seit einer woche, gibt es regen nur noch in sehr kleinen portionen. die luft ist heiss und feucht. der himmel manchmal sogar blau.

der rhythmus des lebens hat sich geändert. ganz frühes aufstehen lohnt sich, weil es dann ein paar ruhige momente mit frischer luft gibt. und eine verbindung ins www, weil noch nicht so viele andere neugierige ihre computer angestellt haben.

die vietnamesische botschaft ist unser nachbar und beim blick von der strassenecke weht nun der goldene stern auf roter flagge über unserem neuen zu hause. auf der strasse zuckt abends eine neonröhre, ich hielt das anfänglich für ein nahendes gewitter und betrachte es nun als installation: neonlicht in tropennacht.

lucas hat mich umgehauen – nach einem ersten fehlstart im neuen kindergarten, springt er nun ganz selbstverständlich jeden morgen aus dem taxi und verschwindet im gewusel. auch für ihn ein neuer rhythmus. nächste woche wird er schon vier und gestern hat er mir seine neue technologie für das feuern von kanonenkugeln vom piratenschiff gezeigt und die auch so genannt.