heimatkunde
heimatkunde
wir haben einen neuen hahn in der nachbarschaft. mir ist nicht klar, ob der noch vor dem muezzin auswacht. jedenfalls hat sich der traum vom landleben schon ein bisschen verwirklicht: kickeriki ertoent den ganzen tag von irgendwo. in den strassen der stadt werden ziegen und schafe von muellhaufen zu muellhaufen getrieben. afghanische muellverwertung. leider gibt es keine haustiere oder andere lebewesen, die die mittlerweile auch hier angekommenen kunststoffflaschen, - tueten und coladosen mit vergnuegen verspeisen.
es ist anzunehmen, dass der ueberwiegenden teil des obst und gemuese oekologisch � weil meist mit mittelalterlichen methoden � angebaut wird. wenn man die duengung mit menschlichen und tierischen faekalien einbezieht, dann schliesst sich der kreislauf wieder. der sommer bietet leckere fruechte: wasser- und honigmelonen, mangos, aprikosen, pflaumen, trauben.
unser gemuesegarten hat sich still und heimlich doch entwickelt: junger kohlrabi und radieschen haben es geschafft mit nichts als lehm und wasser auszukommen. die ernte wird nicht fuer einen stand auf dem basar reichen. wir sind trotzdem gluecklich. der koenig unter den eingeflogenen exoten ist allerdings der kuerbis. wunderschoene gelbe blueten und eine majestaetische pflanze, die sich aufmacht den ganzen garten zu ueberwuchern. wenn wenigsten ein teil der blueten zu dicken fruechten waechst, koennen wir uns zu helloween mit schaurigen masken gegenseitig erschrecken.
die voegelwelt hat einen neuen farblecks � es fliegen kleine gruene sittiche durch den sommerhimmel. vor fast einem jahr bin ich bei aehnlicher hitze durch barcelona spaziert und im gaudi park sind neben horden von touristen auch diese lustigen voegel zu bewundern gewesen. apropos fliegen: am sonntag mache ich einen ausflug nach pakistan, um die neueste technische dacaar errungenschaft zu inspizieren. wir haben ein drilling rig geordert, um zukuenftig einen teil unserer brunnen mit air � oder mud drilling zu bohren. oh je, mir faellt beim besten willen keine wirklich gute uebersetzung ein...ich werde fotos von der mobilen bohrmaschine machen.
meine stimmung ist jedenfalls nach der verkuendung dieser chance, die stadt zu verlassen, augenblicklich gestiegen. machmal bin ich mir nicht so sicher ueber meine ingenieurszukunft, doch flammt von zeit zu zeit begeisterung auf. roberto hat mir fuer die inspektion eine dreistuendige lektion ueber air- und muddrilling gegeben und zu meinem eigenen ertsaunen hat mich dabei ein weiteres mal so etwas wie technische � nicht wirklich leidenschaft, aber etwas aehnliches gepackt. viellicht erweist sich mein weg, der durch viele zufaelle schliesslich bis nach afghanistan zu brunnen gefuehrt hat, doch als �bestimmung�?
und zum schluss die auloesung des bluetenraetsels vom mai: der baum in der mitte traegt mittlerweile mandeln...

0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
<< Startseite